Startschuss für eine neue Bücherei in Kappeln

Kappeln soll einen „dritten Ort“ erhalten

Mit deutlicher Mehrheit (7 : 3 Stimmen) empfiehlt der Bauausschuss der Stadtveretung den Neubau der Stadtbücherei in der Querstraße am Deekelsenplatz. Die Fraktionen der Grünen, LWG, CDU und des SSW sprachen sich für dieses Projekt aus. Die SPD-Fraktion allerdings stimmte geschlossen gegen den Neubau an diesem Standort, nachdem sie sich in einer früheren Sitzung der Stadtvertretung für einen Neubau am Deekelsenplatz entschied. Erstaunlich!

Den Hauptpart der Behandlung dieses Tagesordnungspunktes der Bauausschusssitzung übernahm die Stadtarchitektin Silva Schröder. Sie nahm sich die Zeit, auf die vieljährige Diskussion über die Stadtbücherei einzugehen. Sie setzte sich auch mit den zahlreichen Reaktionen auf die Entscheidung der Stadtvertretung vom 24. Juni d. J. auseinander, einen Neubau am Deekelsenplatz zu errichten. Nicht unerwähnt ließ sie die sehr oft falschen Dar- und Unterstellungen und Unwissenheiten in Leserbriefen und das mangelnde Zugehen auf die Bauverwaltung, wo faktengetreue Informationen jederzeit eingeholt werden konnten und auch künftig zur Verfügung stehen.

Die Architektin machte an Hand einer Luftaufnahme deutlich, dass es in der Innenstadt nur sehr wenige Situationen gibt, die als Standort für eine Bücherei  gleichermaßen geeignet sind, zumal in einer früheren Bürgerbefragung mehr als 3.000 Teilnehmer die Forderung erhoben, dass es nur ein absolut zentraler Ort sein dürfte. Danach handelt es sich um den bisherigen Standort, die alte Post, die Stadtpassage und den Platz Querstraße/Deekelsenplatz. Die Stadtvertretung lehnte bereits früher eine Sanierung des alten Bestandsgebäudes ab. Die Mietverhandlungen für einen Raum in der Stadtpassage scheiterten und die alte Post steht nicht zur Verfügung. Blieb also einzig der Standort Querstraße/Deekelsenplatz. Umfangreiche Untersuchungen ergaben die absolute Eignung dieses Standortes, hier auf eigenem Grund und Boden der Stadt den Neubau der Bücherei zu errichten. Aber nicht nur auf diese Betrachtungen beschränkte sich Silva Schröder. Sie trug ihre Gedanken eines Vorentwurfes des künftigen Gebäudes vor. Der Vorentwurf sieht ein Gebäude mit einer ebenerdigen Bücherei und im ausgebauten Dachgeschoss einen Mehrzweckraum, Bürofläche und Sozialraum vor. Die Geschosse sollen über Treppe und Lift erreichbar sein. Der Eingang öffnet sich unter einer flachgedeckten Halle auf den Deekelsenplatz. Im Übrigen wäre es notwendig, den ganzen Deekelsenplatz in die Planung einzubeziehen. Die Architektin wies ausdrücklich darauf hin, dass Ihre Entwurfsgedanken nicht bindend für die Realisierung sein müssten. Sie schloss ihre engagierten Ausführungen mit dem Hinweis, dass der städtebauliche Rahmenplan der ersten Phase der Altstadtsanierung 1988 am jetzt gewählten Standort den Parkplatz mit einer schließenden Bebauung ausweist.

Bemerkenswert ist, dass rechtzeitig zur Sitzung des Bauausschusses die von der Bauverwaltung angeforderte Stellungnahme der Büchereizentrale Schleswig-Holstein vorlag. Die Büchereizentrale bewertet den Standort des Neubaus, seine Größe, seine Einrichtung und Außengestaltung als bestens geeignet. Besondere Beachtung verdient die Aussage:

Neben den Entwürfen für die Räume ist hier erkennbar auch der Gedanke der städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeit in den Fokus der planerischen Arbeit umgesetzt worden. Mit den zukunftsorientierten und nach aktuellen Gesichtspunkten neu ausgerichteten Angeboten der „Neuen Stadtbücherei“ als „Dritter Ort“ hat die Stadt Kappeln eine große Chance.

Wie geht es nun weiter? Die mehrheitlich beschlossene Empfehlung des Bauausschusses an die Stadtvertretung beinhaltet nicht nur die Festlegung des Standortes für eine neue Stadtbücherei, sie umfasst auch die Verpflichtung, diese Maßnahme in die vorbereitenden Untersuchungen für das Verfahren der Altstadtsanierung aufzunehmen. Damit können die vorbereitenden Untersuchungen endlich abgeschlossen werden, so dass das Verfahren der Altstadtsanierung einschließlich des Förderprogramms (u. a. für die neue Bücherei) fortgesetzt werden kann.

Wir freuen uns, dass die umfangreichen Bemühungen, eine zukunftssichere, attraktive,  wirtschaftlich und städtebaulich tragbare Unterkunft für die Stadtbücherei zu entwickeln, gute Chancen haben, auch in der Stadtvertretung am 24. August d. J. eine solide Mehrheit zu finden. Dafür bietet die Entscheidung des Bauausschusses eine stabile Grundlage. Wir bedanken uns bei der Stadtarchitektin, Silva Schröder, für ihr starkes Engagement, den Gremien der Stadt überzeugende Argumente und Konzepte anzubieten.

 

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