Stadtplanung gefordert

Wohnungsbauboom in Kappeln?

Werden für die „Schleiterrassen“ in Ellenberg ca. 600 Wohneinheiten prognostiziert, so werden im Orteilsteil Mehlby überraschend 450 Wohneinheiten nördlich des „Amalienfeldes“ von Investoren angekündigt. Rechnet man noch die prägnanten und noch nicht abgeschlossenen  Wohnungsbauvorhaben gegenüber der Jugendherberge, die in Ellenberg hinter ALDI und im Bahnhofsweg hinzu, mag man schon von einem Wohnungsbauboom sprechen. Das allerdings nur, wenn es sich um „echten“ Wohnungsbau und nicht um reale  oder latente Ferienwohnungen handelt.

In der letzten Bauausschusssitzung stellte die Gesellschaft WeBau GmbH & Co. KG Kappeln ihr geplantes Vorhaben Wohnungsbau in Mehlby vor. Es ist beabsichtigt, in zwei Bauabschnitten ca. 450 Wohnungen in unterschiedlichen Gebäudeformen zu errichten. Wir gehen davon aus, dass die Gesellschaft das Verfügungsrecht über die außergewöhnlich große z. Z. landwirtschaftlich genutzte  Fläche hat. Die von der WeBau angestrebte, notwendige  Bauleitplanung der Stadt wird sicher viele Fragen und evtl. später auch Erwartungen aufwerfen. Die Fraktionen der Stadtvertretung werden bemüht sein, das Antragsbegehren der WEBAU sorgsam zu prüfen und Entscheidungen vorzubereiten. Das kann „lange Beine“ haben. Denn zumindest auf den ersten Blick erscheint die WeBau-Planung überaus ehrgeizig, zumal auf der großen Fläche nur 2 Bau-(nicht: Planungs-)-abschnitte vorgesehen sind. Fragen nach:  Bedarf,  platzierte Architekturen, Trägerschaft für sozialen Wohnungsbau, Anschluss an die Flensburger Straße, „naturnahe“ Entwässerung in den schon stark beanspruchten Mühlenbach, angebotene KITA-Planung, energetische Versorgung, Mietwohnungsbau, Eigentumswohnungen, Lärmschutz sollen nur einige erste Gedanken und Fragestellungen sein, auf die es verlässliche Antworten geben muss.  Vor allem muss erkennbar sein, dass für ein derart großes Erschließungsgebiet mit sehr dichter Bebauung bei dem Investor ausreichende Kraft vorhanden ist, um alle Leistungen zu erbringen und allen Risiken begegnen zu können.

WIr erinnern uns mit Schaudern an die Geschichte des mehrjährigen Entstehens des Bebauungsplanes „Schleiterrassen“ im Spiegel der heutigen Erkenntnisse. Unbotmäßige politische Einmischungen und Alleingänge, Hektik, Fehleinschätzungen und Ignoranz gegenüber rechtlicher Beratung belasteten das Verfahren. Gegenüber der im Ursprung geplanten und erwarteten  Schaffung von 250 „echten“ Wohnungen werden wir hier heute mit einem Volumen von ca. 600 Wohnungen konfrontiert, was sich u.. a. aus den großzügigen Baurechten des Bebauungsplanes erklärt. Diese Entwicklung hat die Problematik der Nutzungsabsichten als Ferienwohnungen dramatisch verstärkt. Die Stadt sieht sich verpflichtet, ab sofort ordnend einzugreifen, um hier und künftig in allen Bebauungsplänen sicher zu stellen, dass reale Erst- bzw. Zweitwohnsitze und nicht Ferienwohnungen  rechtssicher entstehen.

Das Ergebnis der im Ablaufplan der WeBau für den im Spätsommer angekündigten Planungsanzeige bei Land und Kreis erwarten wir mit Interesse. Im Herbst/Winter dieses Jahres erhofft sich die Antragstellerin die Aufstellungsbeschlüsse für die Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes. Wir werden uns die Zeit nehmen, dass wir trotz dieser ehrgeizigen Ablaufplanung ausreichend Zeit und Gelegenheit  haben werden, um alle skizzierten und noch auftretenden Fragen zu klären. Die dem Bauausschuss vorgelegte Machbarkeitsstudie der WeBau GmbH & Co KG lässt bei Konkretisierung neben den städtebaulichen Belangen viele rechtliche und technische Abwägungen erwarten.

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