ORO und die Stadt Kappeln

„Nächste Saison ist hier einiges los – Hafenpromenade und Süden im Ostseeresort entwickeln sich weiter. Verantwortliche signalisieren Bereitschaft, Schwimmbad-Pläne zu prüfen“

In dieser Schlagzeile des „“Schlei Boten““ geht es ausschließlich um das Ostseeresort Olpenitz. Das ist gut und richtig so; denn der erfreuliche bauliche und offensichtlich auch organisatorische Ablauf lässt erwarten, dass über ein weiteres Jahr das ORO fast schon an seine Grenzen stößt. Bemerkenswert ist der Ausspruch des Geschäftsführers der HELMA, Arnhom: „Das Resort kann ohne die Stadt funktionieren. Aber Kappeln sollte doch ein Interesse daran haben, die positiven Effekte, die das Resort bringt, für sich zu nutzen“. Da mag er Recht haben, sollte aber bedenken, dass zum Funktionieren auch eine dauerhaft betriebsfähige Erschließung (u.a. Abwasserbeseitigung) und letztlich gut gebuchte Quartiere gehören.

Und da kommt natürlich die Stadt ins Spiel. Sie hat das Potential, für die ORO-Gäste  ein attraktives Aufenthaltsziel zu bieten. Allerdings müssen von ORO bis in die Stadt 6 Kilometer überwunden werden. Das geschieht (schon jetzt) mit vielen Autos, dem Fahrrad (auch E-Bike) und zu Fuss (selten). Am Ende der Straße müssen ausreichend Parkplätze verfügbar sein. Der Verkehr aus ORO wird kontinuierlich zunehmen. Entlastung wird der endgeplante Parkplatz in Ellenberg bringen, dessen Baubeginn wir sehnlich erwarten. Das jedoch wird nicht reichen, wenn nicht andere Formen des Verkehrs umgesetzt oder am Ende mehr KFZ-Parkplätze gebaut werden (wo?). Andere Formen könnten sein die deutliche Verbesserung der Rad-(wander-)wegverbindung (Verbreiterung und Erneuerung der Oberfläche) und ein verlässlicher Zu- und Wegbringerdienst. Ob öffentlich, privatwirtschaftlich oder privat mit öffentlicher Unterstützung, die Lösung dieser Fragen und auch Ideen anderer Möglichkeiten  müssen  schnellstens in Angriff genommen werden.

Wenn es um die Attraktivität der Innenstadt als Ausflugsziel geht, kommt für mittelfristige Lösungen die Altstadtsanierung (Programm der Städtebauförderung)  zum Zuge. Hier können sich mit Mut und Weitsicht große Chancen bieten. Das Mühlenumfeld, die Fußgängerzonen, die Stadteingänge, Aufenthaltsbereiche und Beschäftigungsangebote  für Kinder und Jugendliche,  Wohnquartier- und Gebäudesanierungen und die verbesserte Steuerung des innerstädtischen Verkehts mit städtebaulich sinnvollen Parkräumen sind einige Arbeitsfelder, in denen wir Lösungen erwarten.

Zurück zum ORO-Ausspruch des „“autonomen Funktionierens““. Ein wichtiger Drehpunkt ist der große, städtische Weidefelder Strand. Aus ca. 4.000 vermieteten Ferienwohnungen werden letztlich viele Tausend Besucher über das heutige Maß hinaus den Strand bevölkern. Die bestehende Infrastruktur ist auf diesen Ansturm nicht vorbereitet. Es steht dringend an, dass die Stadt, Betreiber und  ORO sich zusammensetzen und verlässliche Absprachen finden. Nur einseitig den „“Zaun aufmachen““ geht nicht! Schon in diesen ersten Tagen der Saison 2018 zeichnen sich Entwicklungen ab, die vor allen aus Sicht des wirtschaftlichen Betriebes nicht hinnehmbar sind.

Erfreulich ist die Bereitschaft von HELMA, eine Kooperation mit der Stadt, eine Schwimmhalle zu errichten, zu prüfen. Wir würden es begrüßen, wenn in diese Fragestellung auch der Arbeitskreis „Schwimmhalle Kappeln“ zur rechten Zeit eingebunden wird. In den letzten Wochen ist von politischer Seite der Gedanke an ein Hallenschwimmbad von einigen Protagonisten „“sehr klein““  gemacht worden. Die nach wie vor ablehnenden und kritischen Stellungnehmer sollten in sich gehen und sich öffnen für ein Bad, auch wenn es ihnen heute noch visionär erscheint. Niemand kann ernsthaft widersprechen, dass ein Hallenbad in Kappeln eine sehr große Infrastrukturlücke zum Nutzen nicht nur der Feriengäste, sondern auch der Menschen aus der Region schließen würde.  Auch in dieser Frage sollten wir mutig und beharrlich vorangehen. Die offene Unterstützung des „Arbeitskreises Schwimmhalle Kappeln“ wäre ein wichtiges Zeichen aus der Stadtpolitik.

In der Summe dieser Gedanken, möglichst getragen von allen politischen Parteien der Stadtvertretung, liegt ein Schlüssel für die Entwicklung unserer Stadt (wir sagen „Wohlfühlstadt“) als kleine Hafenstadt mit stabiler Wirtschaftskraft und großer Anziehung für Gäste aus nah und fern.

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