LWG reicht Antrag für eine Parkpalette ein

Es bedurfte eines längeren Anlaufs und intensiver Beratungen in unserer Fraktion, um einen progressiven Weg zur Lösung des innerstädtischen Parkproblems zu finden. Einwohner, Handel, Handwerk, Dienstleistungen und Fremdenverkehr verlangen eine zeit- und bedarfsgerechte Infrastruktur unserer Stadt. Wir haben erfahren: Ein Effekt der noch grasssierenden Corona-Krise in Deutschland  ist, dass unsere Region sich einer deutlich gestiegenen Beliebtheit von Urlaubern aus anderen Bundesländern erfreut. Dieser Einmaleffekt wird sicher nicht ohne Nachhall bleiben, zumal sich die Entwicklung  im Angebot hochwertiger Ferienwohnungen  und sich verstärkender Hotelkapazitäten stetig verbessern wird. Aber auch die Nachfrage nach Parkmöglichkeiten von Anwohnern und Bediensteten der Betriebe in der Innenstadt ist unverändert hoch. Die LWG-Fraktion hat ihre Überlegungen über die Errichtung einer 2-geschossigen Parkpalette in einem Antrag erfasst und diesen als Prüfauftrag an die Stadtvertretung gerichtet.

Die Anforderungen an Parkraum im Zentrum sind hinreichend bekannt und müssen nicht immer wieder gebetsmühlenartig und plakativ dargelegt werden. In Kenntnis dieser Anforderungen hat die LWG-Fraktion erkannt, dass für große Parkräume in und an der Innenstadt keine Plätze verfügbar sind. Ist keine Fläche da, muss also in die Höhe gebaut werden. Und wo geht das? Bevor darüber eine Entscheidung getroffen werden kann, muss geprüft werden. Es gilt, eine Lösung zu finden, die städtebauliche, rechtliche, technische und verkehrliche Fragen positiv beantwortet. Aus allen diesen Aspekten ergab sich im Ergebnis, dass der Parkplatz hinter dem ZOB ein geeigneter Standort für das Vorhaben sein kann. Das jedoch gilt es sorgfältig zu prüfen.

Hin und wieder ist zu hören, dass immer nur das Parken und nicht der Verkehr im Vordergrund steht. Das ist -mit Verlaub –  Unsinn! Denn Parken ist Bestandteil des Verkehrs – als „ruhend“. Jedes Angebot von großräumigem Parkraum außerhalb, aber eng am Zentrum reduziert das Hineinfahren von Pkw auf der Suche nach Parkplätzen. Und wer nicht hereinfährt, „kurvt“  auch nicht wieder hinaus! In unserer Altstadt findet ein permanenter Suchverkehr nach Parkplätzen statt, der am Zentrumsrand abgefangen werden muss. Dann werden die engen Straßen entlastet und stehen verstärkt auch den Radfahrern sicherer zur Verfügung. Wichtig ist auch, dass Anwohner und Beschäftigte bessere Parkmöglichkeiten gezielt finden können.

Wir erwarten, dass jetzt wieder der Ruf nach einem Verkehrskonzept laut werden wird. Dieses war von der Stadtvertretung erst kürzlich abgelehnt worden. Wir erinnern uns an sehr, sehr viele Versuche über viele Jahre, den innerstädtischen Verkehr besser zu organisieren. Sämtliche Versuche sind gescheitert! Sie mussten scheitern, weil der Pkw-Verkehr ständig zunahm und die Kraftfahrzeuge insbesondere des Lieferverkehrs größer wurden. Diese Entwicklung dauert an! Innere bauliche Entlastungsmaßnahmen sind dauerhaft ausgeschlossen.  Am Ende steht die wenig überraschende Erkenntnis, dass unsere Altstadt für die Aufnahme des heutigen, von außen eindringenden KFZ-Verkehrs nicht die erforderlichen Räume bereit hält. Die Gäste unserer Stadt müssen eingeladen werden, dicht  vor dem Stadtzentrum ihr Fahrzeug abzustellen. Für diese Erkenntnis benötigen wir kein teures und Zeit verschlingendes Gutachten. Sorgen wir jetzt dafür, dass wir Lösungen finden, Standorte für großräumigen Parkraum eng an der Innenstadt zu finden. Dafür reichen  Ortskenntnis und leidvolle Erfahrungen! So wissen wir z. B. heute, dass der Verzicht auf ein Parkleitsystem ein Fehler war. Wenig hilfreich sind ewige Debattierrunden mit stereotypen Aussagen.

Schwerpunkt unserer hoffentlich gemeinsamen Lösungsansätze muss sein, den innerstädtischen Autoverkehr zu reduzieren! Ein erster Schritt soll der Antrag der LWG sein, die Möglichkeit der Errichtung einer Parkpalette hinter dem ZOB unter Beachtung der städtebaulichen, rechtlichen, verkehrlichen und technischen Aspekte zu prüfen. Dabei sollte uns klar sein: Eine von kommunaler Seite betriebene Parkpalette wird nie kostendeckend sein! Als Baustein der Verkehrspolitik im Rahmen der verpflichtenden Daseinsvorsorge wird sie zur Gemeinbedarfseinrichtung. Es sei denn, ein privater Investor wird gefunden, der mit einem überzeugenden Konzept und erfüllbaren Forderungen an die Gemeinschaft das Gegenteil beweist.

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