Ein „dritter Ort“ in Kappeln

Mancher wird sich fragen, was ist das – der „dritte Ort“? Die Antwort auf diese Frage soll nicht belehren, sondern aufklären.

Zu lesen über den „dritten Ort“ gibt es viel in der „Agenda 2025 zur Entwicklung der Bibliotheken in Schleswig-Holstein“. Diese von breiter Wissenschaft und Praktikern verfasste Studie will uns die Anforderungen an eine zeitgemäße und entwicklungsfähige Bibliothek  deutlich machen. Sie knüpft an die Vorgängerstudien an, die im Zeitrhythmus von jeweils fünf Jahren erarbeitet werden Seit jeher ist das Sammeln, Erschließen und Zugänglichmachen von Medien und Informationen die originäre Aufgabe von Büchereien Die Nutzung elektronischer Ressourcen nimmt zu, wohingegen die Ausleihe physischer Medien zurückgeht. Neben der Nutzung digitaler Angebote wächst die Bedeutung dr Bibliothek als physischer Ort. Bibliotheken werden zunehmend als attraktive Arbeits-, Lern- und Aufenthaltsorte wahrgenommen. Büchereien sind niedrigschwellige Angebote, in denen kein Kaufzwang besteht. Somit können sie als sogenannte „ dritte Orte“ wirken. Sie bieten ein unverbindliches „Zuhause“ außerhalb der eigenen vier Wände, wo sich Menschen begegnen können, die nicht unmittelbar miteinander in Beziehung stehen. Um diese Ansprüche erfüllen zu können, sind neben ausreichenden Flächen für Arbeitsplätze und Lounge-Bereiche auch die personellen, organisatorischen, technischen und rechtlichen Voraussetzungen für eine Ausweitung der Öffnungszeiten – vor allen Dingen an Wochenenden.

Diese Thematik spielt z. Z. in Kappelns Gesellschaft und Politik eine bemerkenswerte Rolle. Der einstimmige Beschluss der Stadtvertretung, die Stadtbücherei als Neubau am Deekelnsenplatz zu errichten, hat viele Reaktionen in der Öffentlichkeit ausgelöst. In großer Mehrzahl waren insbesondere Leserbriefe leider geprägt von Faktenignoranz und  Unwissen. Auffallend war, dass nur selten Fragen zum Projekt gestellt wurden. Vielmehr waren vorgefasste Meinungen tonangebend.   Grundlagen des Beschlusses der Stadtvertretung waren seit mehr als zwei Jahren laufende Überlegungen über die Zukunft unserer Bücherei. Sie ist untergebracht in bester Lage, aber in einem baulich desolaten Zustand. Sie ist von Sperrung bedroht. Die Sanierung würde viel Zeit erfordern und wäre unverantwortlich unwirtschaftlich. Ein Ausweichen in ein geeignetes Mietverhältnis am Deekelsenplatz zerschlug sich in den Verhandlungen. Letztlich ergab sich als einzige Alternative für den von allen gewollten Innenstadtstandort ein Neubau auf eigenem Grund und Boden am Deekelsenpaltz. Die Versuche, immer wieder die „alte Post“ für geeignet und verfügbar zu erklären, sind der Beleg für die erwähnte Faktenignoranz; denn die alte Post steht nicht im Eigentum der Stadt und nicht zur Verfügung.

Am 24. 8. 20 wird die Stadtvertretung über die Folgemaßnahmen aus dem Beschluss, als Standort den kleinen Parkplatz am Deekelsenplatz zu wählen,  entscheiden. Eine verbindliche Planung hier wird die Chancen eröffnen, an diesem Standort eine moderne Bücherei in erforderlicher Größe ebenerdig zu bauen und zu betreiben, die den Anforderungen der o. a. „Agenda“ und ihrer Entwicklung zum „dritten Ort“ gerecht werden wird. Eine weitere Chance eröffnet sich durch den Einbezug des Deekelsenplatzes, der aus stadtplanerischen Gründen neu gestaltet werden muss. Bei der Standortwahl darf nicht vernachlässigt werden, dass er innerhalb des Sanierungsgebietes liegt und damit der Stadt das Recht einräumt, eine 2/3-Bezuschussung zu beantragen. Nicht unerwähnt bleiben darf die Feststellung, dass nach dem Umzug der Bücherei über die Verwendung des alten Gebäudes noch keine Entscheidung -.auch keine vorgefasste – getroffen wurde.

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Fraktionssitzung am 15. Oktober

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